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Nachrichtenmeldung

09.03.2014, Kategorie: Kultur

Algerien nach 1954

Filmische Reflexionen über Algerien in den Jahren seit der Unabhängigkeit vom 26.-30. März im Haus der Kulturen der Welt in Berlin.


Mitten in das heutige Algerien führt der Eröffnungsfilm "La preuve" (The Proof), der vor drei Monaten bei seiner Premiere in Dubai gefeiert wurde. Rachid Bouchareb, dessen neueste Produktion erst vor wenigen Wochen im Berlinale Wettbewerb lief, führt dagegen mit "Hors la loi" (Outside the Law) in die Zeit des Unabhängigkeitskrieges gegen die französische Kolonialmacht. Ebenso vertreten bei den filmischen Reflexionen zu ALGERIEN NACH 1954 sind Meilensteine der cineastischen Geschichte des Landes, wie Assia Djebars Film "La Zerda et les chants de l‘oubli" (La Zerda und die Gesänge des Vergessens), der erste Film einer algerischen Regisseurin, oder der einzige je mit einer Goldenen Palme in Cannes prämierte arabische Film: "Chronique des années de braise" (The Chronicle of the Year of Embers) von Mohamed Lakhdar-Hamina.
Das algerische Kino erfährt im frankophonen Raum schon lange eine beachtliche Resonanz, hierzulande ist es jedoch trotz hoher Qualität, hervorragenden Regisseuren und Schauspielern, noch kaum bekannt. 60 Jahre nach Beginn des algerischen Unabhängigkeitskrieges führt das Festival mit Spiel- und Dokumentarfilmen durch politische und cineastische Entwicklungslinien des Landes. Aktuelle Produktionen der letzten sieben Jahre, die den Hauptteil der Filmauswahl bilden, zeigen, dass die Auseinandersetzung mit Themen des Kolonialismus, des Unabhängigkeitskriegs und des Bürgerkriegs mit Militär und Islamisten in den 1990er-Jahren noch immer virulent ist. Zugleich nehmen diese Filme eine kritische Analyse der heutigen politischen und sozialen Situation des Landes vor, in dem ein "Arabischer Frühling" nicht stattgefunden hat. Hier gehrt es zum detaillierten Programm.

Die Regisseure aus Algerien werden zu Diskussionen und Gesprächen anwesend sein. Mit: Safinez Bousbia, Amor Hakkar, Malik Lakhdar-Hamina, Karim Moussaoui und Saïd Ould Khelifa.
Kuratiert wird die Reihe von Ahmed Bedjaoui, Filmkritiker und Professor für Film an der Universität von Algier und zentrale Figur des algerischen Kinos der letzten 40 Jahre, der ebenfalls anwesend sein wird.


Unterstützt von AlFilm und Yorck Kinogruppe.